Die Interviewreihe im A.B.S. Blog:
Andreas Draxler trifft... Günther Lindenlaub

Seit einigen Monaten haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie einschneidende Spuren im österreichischen Mittelstand hinterlassen. Viele Entscheider und Experten haben sich in den vergangenen Wochen branchenübergreifend zusammengeschlossen, um gemeinsam den Standort und die österreichische Wirtschaft zu stärken – getreu dem Motto: aus dem Mittelstand für den Mittelstand.

So haben auch die Finnest GmbH, Österreichs führende digitale Finanzierungsplattform für den Mittelstand, und die A.B.S. Factoring AG, Österreichs größter bankenunabhängiger Factoringdienstleister, entschieden, eine gemeinsame Initiative ins Leben zu rufen, um heimische KMUs bei der Unternehmensfinanzierung zu unterstützen. Die Summe an Expertise, die dahintersteht, kommt sowohl bereits bestehenden als auch künftigen Geschäftspartnern zu Gute – besonders in Zeiten, in denen erfolgreiches Krisenmanagement gefragt ist.

Um die Sicht eines Crowdfundingexperten auf die aktuelle Lage und die gemeinsamen geplanten Ziele zu erfahren, hat Andreas Draxler, Vorstand der A.B.S. Factoring AG, Günther Lindenlaub, Geschäftsführer der Finnest AG, zu einem Gespräch eingeladen.

Herr Lindenlaub, Sie sind nun seit über 30 Jahren im Finanzbereich tätig. Die vergangenen Monate haben für zahlreiche heimische KMU eine große Herausforderung dargestellt – Liquidität ist für viele Unternehmen aktuell das Schlüsselwort. Wie schätzen Sie die derzeitige Lage in der Wirtschaft im Allgemeinen und am Finanzmarkt im Speziellen ein?

Die Unternehmen stehen derzeit unter einem unglaublichen Stress. Viele müssen ihr Geschäftsmodell hinterfragen und adaptieren. Das wird ein eine Menge kreatives Potential freisetzen, das einige Unternehmen in die Zukunft tragen wird. Aber natürlich wird die Krise auch die Spreu vom Weizen trennen. Die Finanzmärkte sind nach wie vor sehr liquide, reagieren aber auch sehr schnell auf externe Einflüsse. Wir glauben aber auch, dass Unternehmen, die ein nachhaltig erfolgreiches Geschäftsmodell vorweisen können, Unterstützung erhalten werden. Das wird uns bei Finanzierungen über www.finnest.com derzeit regelmäßig bestätigt.

Ab Herbst rechnen viele ExpertInnen mit einer erhöhten Anzahl an Insolvenzen, gleichzeitig wird ein allgemeiner Wirtschaftsaufschwung prognostiziert. Welche Entwicklung halten Sie für wahrscheinlicher?

Das ist – leider – kein Widerspruch. Viele Unternehmen werden dieses Jahr nicht überstehen. Andere (und wir hoffen es sind viele) werden mit Innovation, Flexibilität und Engagement neue Türen aufstoßen, neue Arbeitsplätze schaffen, Steuern zahlen und den Wirtschaftsstandort Österreich stärken.

Für viele mittelständische Unternehmen in Österreich ist der klassische Weg zur Hausbank und somit der Kreditzugang angesichts der Coronakrise schwieriger geworden. Banken verhalten sich bei Verhandlungen restriktiver und sind deutlich risikoaverser. Crowdinvesting und Factoring haben sich in Österreich in den letzten Jahren als alternative Finanzierungsformen etabliert und werden immer beliebter…

Wie ergänzen sich die beiden Instrumente bzw. wo sehen Sie Synergieeffekte aus der künftigen Kooperation von Finnest und A.B.S?

Factoring und Crowdinvesting ergänzen sich perfekt. Während man über Finnest langfristiges Nachrangkapital oder echtes Eigenkapital erhält, welches das Unternehmen als Ganzes stärkt, sorgt A.B.S. dafür, dass dem Unternehmen ausreichende kurzfristige Betriebsmittel zur Verfügung stehen. Gemeinsam können wir ein Unternehmen ausfinanzieren.

Auf welche Weise kann die künftige Kooperation zwischen Finnest und A.B.S Unternehmen konkret dabei helfen, durch die Krise zu kommen?

Wie oben erwähnt können sich Unternehmen – dank unserer gemeinsamen, sich perfekt ergänzenden Finanzierungsinstrumente – unabhängig vom klassischen Bankkredit machen. Ein ausgewogener Finanzierungsmix ist das A&O!

Welchen Stellenwert haben Digitalisierungsprozesse und Investitionen derzeit? Ist das ein Thema für die Mehrheit der produzierenden Unternehmen oder war COVID19 nur ein Weckruf?

Den Unternehmern war schon vorher bewusst, wie wichtig die Entwicklung ist und dass sie den Digitalisierungs-Zug nicht verpassen sollten. Allerdings hat die Krise viele relativ abrupt zum Handeln gezwungen, was in aller Regel mit Investitionen verbunden ist. Dafür haben Finnest und A.B.S. die passenden Instrumente parat.

Last but not least: Wenn Sie heimischen Unternehmerinnen und Unternehmern einen Ratschlag für die Zukunft mitgeben könnten, welcher wäre das?

Die Zeiten, in denen man sich auf ein momentan gut laufendes Geschäft verlassen kann, sind endgültig vorbei. Es wird noch wichtiger sein, dass Unternehmer sich und ihr Geschäftsmodell ständig hinterfragen und stetig an aktuelle Entwicklungen anpassen. Finnest und A.B.S. werden da ihren Beitrag leisten und sie dabei unterstützen.

Vielen Dank für das Gespräch, Hr. Lindenlaub! Ich freue mich auf die gemeinsame Zusammenarbeit und unsere gemeinsame Mission, den Standort Österreich und seine Unternehmen durch unser Angebot krisenfester zu machen, indem wir als erfahrene Finanzierungspartner neue Innovations-, Wachstums- und Zukunftsperspektiven eröffnen.

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Über Finnest GmbH:

Finnest ist eine Crowdinvesting-Plattform modernster Form. Gegründet 2014 von einem Team erfahrener Bank- und Internet-Experten, kann Finnest dank der kürzlich erfolgten Fusion mit dem nordischen Marktführer Invesdor.com bald in ganz Europa Crowdinvesting anbieten. Gemeinsam sind Finnest und Invesdor (die Invesdor Group) in diesem Markt nun einer der führenden Anbieter Europas. Wir haben lange daran gearbeitet, Crowdinvesting für Anleger so zu optimieren, dass alles möglichst einfach, schnell und dabei hoch sicher ist.

Zu der Person:

Günther Lindenlaub ist bereits seit über 30 Jahren in der Finanzwelt tätig. Zuletzt war er für das Anleihen- und Kreditmarktgeschäft der “Raiffeisenbank International Gruppe” verantwortlich. Im Jahr 2014 erfolgte dann die Gründung des eigenen Unternehmens “Finnest”, im September 2015 wurde die Plattform finnest.com auf den Markt gebracht. Seither wurden mehr als EUR 75 Mio zwischen Unternehmen und Investoren vermittelt. Günther Lindenlaub hat den Merger mit der Invesdor Oy 2019 mitgestaltet und ist nun seit Juni 2020 CEO der Invesdor Group.

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